Über Aquaponik

Was ist Aquaponik?

Der Begriff steht für eine Kombination aus Aquakultur und Hydroponik. Typisch dabei ist,
dass sich die kombinierten Kulturen in Form einer Kreislaufwirtschaft gegenseitig ergänzen.
Dabei dient die Fischkultur als Nährstoff-Produzent, während die Pflanzen von den Abfallprodukten aus der Fischkultur leben. Dies ist derselbe Mechanismus, der auch in Binnengewässern beobachtet und als „Stickstoffkreislauf“ beschrieben ist. Entgegen der konventionellen Landwirtschaft, die immer nur einen kleinen Ausschnitt aus dem Nährstoffkreislauf nutzt, wird mit der Aquaponik gleich der komplette Biokreislauf abgebildet. Im Vergleich mit der Natur entspricht dies einem kompletten Ökosystem, wie etwa einem See.

nitrat_kreislauf_web_de

Abläufe bei der Aquaponik

Im Zentrum der Aquaponik steht der Nährstoffkreislauf zwischen den hauptbeteiligten Kulturen Fische, Pflanzen. Neben Fischen und Pflanzen spielen Bakterien eine maßgebliche Rolle. Sie bereiten die Ausscheidungsprodukte der Fische für die Pflanzen auf, indem sie sie in Pflanzendünger umwandeln. Die Aufnahme der Nährstoffe durch die Pflanzen und deren Biomasse-Bildung entzieht dem Wasser die Nährstoffe, was die Klärung des Wassers zur Folge hat.

Aquaponik und die Vielfalt der Nährstoffkreisläufe

Die klassische Landwirtschaft nutzt bislang jeweils nur Ausschnitte der gesamten Nährstoff-Kreisläufe. Sie beruht in wesentlichen Teilen auf Zuführung von Dünger (und anderen Stoffen). Im Gegensatz hierzu ist eine wesentliche Eigenschaft der Aquaponik, dass sie den gesamten Nährstoff-Kreislauf abbildet. Sie begreift dabei auch sie umgebene Abläufe und deren Austausch technischer oder biologischer Stoffe als Teil des Kreislaufs. Deshalb sind die Bestandteile einer Aquaponikanlage nicht auf solche Module festgelegt, die diese grundlegenden Abläufe ermöglichen. Vielmehr lässt sich Aquaponik mit einer Vielzahl verwandter Prozesse ergänzen und nahtlos in andere nachhaltige Technologien einbinden.

So ist Aquaponik beispielsweise wie geschaffen für die Nutzung zusammen mit Biogasanlagen. Sie kann weitere Nebenprodukte hervorbringen, wie zum Beispiel Wurmkulturen oder Humusproduktion. Sie kann sogar mit ihnen in Symbiose stehen, wenn zum Beispiel die Insektenproduktion der Produktion des Fischfutters dient.
Aquaponik ist ein offenes Konzept und kann sehr vielfältig sein. So kann Aquaponik zum Beispiel als Süß- oder Seewasser-Aquaponik realisiert werden und neben Fischen auch mit Wirbellosen (Krebsen/Garnelen/Muscheln) in Gemeinschaft mit Algen betrieben werden.

Merken

Merken

Merken